Vor ca. zehn Jahren begann der Einzug der digitalen Aufnahmetechnik bei kleinen Kompaktkameras, sowie bei den Spiegelreflexkameras.
Das herkömmliche Filmmaterial wurde durch einen Halbleiterchip zur Bildaufnahme und einen Chip zur Speicherung ersetzt. Das Motiv wird auf einen Sensor-Chip, bestehend aus einzelnen Lichtsensoren, den sogenannten Pixels, belichtet und die Aufnahmedaten werden in eine Flash-Speicherkarte geschrieben.
Wichtig für die Qualität des Bildes sind Pixelanzahl und Fläche des Chips. Je mehr Pixel ein Chip besitzt, desto mehr Bildpunkte werden gespeichert. Mit der Chip- und Pixelgröße sinkt das Signal-zu-Rausch-Verhältnis, gleichzeitig steigt der Dynamikumfang. Die kompakten Digitalkameras besitzen im Vergleich zu den Spiegelreflexkameras einen nicht halb so großen Chip bei gleicher Pixelgröße, was den Unterschied in der Bildqualität erklärt.
Die Fläche des Sensors im Vergleich zum Kleinbildfilm ist generell kleiner geworden, da die Produktion von großflächigen, fehlerfreien Sensoren sehr aufwendig ist. Die Sensorgröße beeinflusst die Wahl der Brennweite. Die erforderliche Brennweite für Normalperspektive ist so lang wie die Diagonale des Aufnahmemediums. Dadurch verkürzt sich die Brennweite und es verringert sich die Schärfentiefe im Vergleich zur Analogfotografie.
Das Bild wird häufig vorkomprimiert im .tif- oder .jpeg-Format abgespeichert. Die Spiegelreflexkameras bieten zusätzlich die umfangreichere Rohdatenspeicherung, wodurch neue Gestaltungsmöglichkeiten entstehen. Im Internet bieten viele Webseiten einen Digitalfoto Vergleich an, wo die besten Bilderdienste verglichen werden.
Digitalkameras besitzen heute eine umfangreiche Ausstattung. Auf einem LCD-Schirm kann das Bild nach der Aufnahme (bei den Kompakten häufig auch währenddessen) begutachtet und bei Nichtgefallen sofort gelöscht werden. Standardmäßig ist eine Bildbearbeitungssoftware integriert, die die Bilddaten auswertet und optimiert zusammensetzt. Zumeist liefert sie auch Bildeffekte, wie Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Sepia-Tönung, Übersättigung. Viele Modelle besitzen eine Video-Funktion, was allerdings die Speicherkarten noch häufig überlasten. Eine Besonderheit ist der Bildstabilisator, der den Chip während der Belichtung bewegt. So kann Verwackelungsunschärfe kompensiert und mit längeren Belichtungszeiten in schlechten Lichtverhältnissen fotografiert werden.
Mit ihren Eigenheiten erleichtert die Digitalkamera dem Anfänger die Bildkontrolle und erweitert dem Profi den Facettenreichtum des Mediums Fotografie.
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